16. Juli 2011

Lavendel-Nachtrag und: Jetzt wird gefilzt !

Ich freue mich immer, anderen mit Gestricktem eine Freude zu machen. So freut es mich besonders, heute Lavendelpyramide Modell "Orangenblüte" vorzustellen:


Und Modell "Landschaft in der Provence" sowie "Zitronenhain auf grüner Wiese":


Jetzt möchte ich noch einen kleinen Einschub machen. Ich war heute Morgen ein bisschen einkaufen und habe dabei ein kostenloses Heftchen gefunden mit vielen schönen Dingen, darunter ein Rezept für Lavendelblüten-Sorbet, das werde ich jetzt gleich mit Euch teilen:

Zutaten
3-4 EL Lavendelblüten
550ml Weisswein oder Champagner
150g Lavendelblütensirup
150g Wildblütenhonig
250g Crème Fraîche
(4 Portionen)

Zubereitung
Lavendel mit Weisswein, Sirup und Honig aufkochen. Abkühlen lassen und durch ein Sieb giessen. Die kalte Masse mit der Crème Fraîche vermischen. Die Sorbetmasse in der Eismaschine abfrieren (nur falls ihr Euch gerade fragt, nein, ich habe auch keine Eismaschine, aber ich lasse mich von Kleinigkeiten nicht stören und würde das ganze in den Tiefkühler stellen). Die gefrierende Masse alle 30 Minuten kräftig umrühren oder mit einem Pürierstab mixen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis die gesamte Masse cremig gefroren ist.

Und nun weiter mit der Wolle, welche ich diese Woche im Briefkasten finden durfte (ganz persönlich selber ersteigert, ihr wisst schon, bei 3... 2... 1... ):


Ich sollte vielleicht noch erwähnen, die Grössenverhältnisse im Photo täuschen sehr, das sind nur gerade 200g, also gerade mal 4 Standard-Knäuel (aber feinstes Merino), wir müssen also (noch) nicht anbauen...

Meine Filz-Werkstatt:


Probeweise habe ich erstmal eine Kugel und eine Filzschnur hergestellt:


Das klappte ganz gut, und so habe ich mich an mein erstes Projekt gewagt: eine Schlüsselanhänger-Kordel.


Das Filzen hat grossen Spass gemacht, gut habe ich noch ein bisschen Wolle übrig.

Ach, ich kann's nicht lassen, Euch auch noch mein neues Kaffeetässchen vorzuführen - ich weiss schon jemanden, der genauso begeistert sein wird wie ich... :


Wünsche Euch allen weiterhin ein schönes Wochenende!

10. Juli 2011

Ein Tag am Meer

Fast wie ein Tag am Meer fühlen sich meine neuesten Socken an:

 

Gestrickt wieder aus dem Bernetta Grilana Garn, in meeresfrischen blau-weissen Streifen. Jetzt habe ich noch 2 Knäuel weisse Sockenwolle übrig, mal schauen, welche Farbe das noch wird.

Ausserdem brauchte ich noch ein neues iPhone-Etui, da kam mir diese tolle Filzwolle gerade recht:


Da ich das iPhone für das Photo brauchte, durfte das Natel meines Mannes ausnahmsweise in das Etui schlüpfen. Gestrickt aus Gründl Filzwolle und in der Waschmaschine gefilzt (erfreulicherweise ging das Strickstück ziemlich genau um die angegebenen 30% ein). Das Etui ist richtig dick und stabil geworden, genau richtig.

Mit dem Spinnen geht es gut voran. Ich habe jetzt die Hälfte der Alpaka-Wolle und die ganze weisse Schafwolle versponnen und die Wolle, die ich gestern produziert habe, sieht schon so ziemlich aus wie ein richtiges Garn (so hat das mein Mann ausgedrückt, hehe):


Jetzt muss ich das zuerst alles ab- resp. aufwickeln, dann geht's weiter. Nachschub ist auch schon unterwegs, freue mich aufs Päckli. Bei Ebay habe ich ausserdem noch etwas ersteigern können, was ich für ein nächstes, neues Betätigungsfeld brauche, bin schon sehr gespannt und freue mich, Euch bald davon zu berichten.

Und zum Schluss noch dies...:


Dieses wunderschöne Wollregal von Sonja habe ich auffordernd und voller Freude meinem Mann gezeigt. Der schaute ratlos auf das Bild, dann zu mir: "Hm, ja, Wolle...?" und als er mein Gesicht sah, dämmerte es ihm: "Nein... sag nicht, das ist bei jemandem... ZU HAUSE...?!"

Wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!

2. Juli 2011

Der Sommer ist da

Kein Lüftchen regt sich, die Sonne fällt auf gelbe Felder und grüne Olivenbäume, die Grillen zirpen, die Luft flimmert und ist erfüllt von Orangenblüten, Rosmarin, Thymian und... Lavendel...


Gestrickt aus Bernetta Domino (100% Baumwolle) nach der Anleitung von Debbie Bliss, gefüllt mit Lavendelblüten.

Und jetzt, liebe Stammblogleserinnen und -leser, welche Farbe mögt ihr denn am liebsten? Lavendel, zitronengelb, frühlingsgrün oder ozeanblau?

26. Juni 2011

Spinnen, Färben und Woll-Ausflug

Mit Spinnen geht es gut voran (ich übe jedenfalls fleissig), herzlichen Dank für all die lieben Kommentare. Der Ingolf (mein Spinn-Hocker) brauchte auch noch ein Spinn-Kissen-Überzug und der sollte natürlich gestrickt sein. Mein Mann schlug dann vor, der Überzug könnte doch mit Schäfchen verziert werden und voilà, mein Kissen mit aufgefilzten Schäfchen:


Damit macht Spinnen gleich doppelt so viel Spass. Für die Schäfchen habe ich etwas von der Spinnwolle genommen, die beim Verspinnen Ausschussmaterial wurde.


So, da ist es nun, mein erstes Garn, das ich selber gesponnen, verzwirnt und gefärbt habe. Es ist jedenfalls noch immer ein Garn für spezielle Zwecke, mit unterschiedlicher Dicke als "special feature" :-) Gefärbt habe ich es in einem hellen Grün.
Und da ich schon die Farben zur Hand hatte, habe ich auch gleich noch einen Merino-Strang gefärbt (für den Bebefinkli-Vorrat...).


Ausserdem habe ich noch von einem Woll-Ausflug zu berichten, den ich mit lieben Freundinnen beim Wellness-Urlaub unternehmen durfte (Wolle passt ja auch wunderbar zu wellness) - danke für die Geduld.... !


Der Name täuscht, und so gab es bei Rosi in Pfronten vor allem viel, viel Wolle und mit nach Hause kamen:


Lana Grossa Lace Lux - mir schweben da längere, ausgehtaugliche Armstulpen vor, das Garn hat einen tollen silbernen Glanz.


Regia 4-fädig in der tollen Farbe "Papillon". Ich liebe diese Farbe, die in der Schweiz nicht ganz einfach zu bekommen ist (daher habe ich gleich den ganzen Vorrat dort aufgekauft, naja, 3 Knäuel immerhin). Öhm, nein, keine Ahnung was ich damit anfange, aber das ist bestimmt kein Problem...

Da warten noch einige angefangene Strickprojekte auf mich - einen schönen Sonntag noch Euch allen und einen guten Start in die neue Woche!

19. Juni 2011

Bei mir ist was eingezogen...

...jaaaa, genau ! Und ich glaube fast, ich bin die stolzeste Spinnrad-Besitzerin überhaupt :-) Schaut mal:


Aber jetzt mal von vorne: Da war ja noch das Geburtstagsgeschenk, mein Spinnkurs, und nun war es soweit. Mein Mann kurvte mit mir ins schöne Toggenburg zu Sabina Haese nach Stein SG, wo wir gleich herzlich empfangen wurden und in der gemütlichen Küche Platz nehmen durften (mit Aussicht auf den Alpakahengst). Da lag schon jede Menge Wolle bereit und nach einer Einführung ging es mit der Handspindel weiter - Drehung unten, oben zupfen, nur nicht loslassen, aufwickeln, ja, nicht ganz einfach. Ich durfte auch gleich mehrere Spindeln und Fasern durchprobieren und mit der Hilfe von Sabina ging es auch recht gut. Auch das Handkarden konnte ich gleich ausprobieren und schon ging es weiter ins Wohnzimmer, wo schon sechs Spinnräder bereit standen - die Qual der Wahl, aber erstmal hiess es, das Treten einigermassen hinzukriegen (und zwar langsam und mit Vorteil nur in eine Richtung...). Dazu gab es noch weitere interessante Informationen zur Wolle und deren Verarbeitung. Nun aber ging es so richtig los und ich durfte all die tollen Spinnräder der Reihe nach ausprobieren:


Mein Mann hat ein gutes Auge und konnte mich mit Tipps auch schon unterstützen, ich glaube, es hat nicht viel gefehlt und er hätte sich gleich selber ans Spinnen gemacht.
Irgendwann gehen auch die tollsten drei Stunden vorbei und die Stunde der Entscheidung kam: Sechs Spinnräder zur Auswahl. Mein Mann hatte sehr schnell erraten in welches Rad ich mich verliebt habe und so durfte ich ein wunderschönes Spinnrad, das im Ballenberg gefertigt wurde, nach Hause nehmen. Es scheint aus Kirschbaumholz hergestellt zu sein, aber leider konnte ich noch nicht viel mehr herausfinden (aber ein guter Grund, doch bald einmal wieder im Freilichtmuseum Ballenberg vorbeizuschauen).


Soweit meine Kenntnisse reichen, ist dies ein einfädiges Hochrad mit Flügelbremse und integrierter Zwirneinrichtung für drei Spulen. Es läuft leise und wunderbar leicht und rund - klar, beides natürlich verglichen mit den fünf anderen Spinnrädern, die ich in meinem Leben bisher ausprobiert habe :-), aber ich bin sehr zufrieden. Damit ich gleich zu Hause mit meinem neuen Spinnrad üben kann, bekam ich von Sabina einen grosses Sack Wolle geschenkt, da habe ich mich aber gefreut! Schliesslich durften wir noch bei Sabinas Alpakas vorbei und mit einem Nachtessen, zu dem auch die Spender dieses Kurses kamen, ging der Tag zu Ende.

Ein grosses Dankeschön den lieben Spendern für die Idee und das Geschenk und an Sabina für den tollen Nachmittag, ihre fachkundigen Erklärungen und ihre Geduld... hat sehr viel Spass gemacht!


Oh Moment, natürlich will ich auch noch kurz berichten, wie es danach weiterging. Schliesslich brauchte ich noch einen Hocker zu meinem Spinnrad und ich eröffnete meinem Mann, dass wir unbedingt zu diesem grossen Möbelhaus mussten und bald zog auch noch der Ingolf bei uns ein (von mir ganz alleine zusammengeschraubt, hehe):


So entstand also zusammen mit meinem Wollsack meine erste kleine Spinnstube:


Die ganze braune Wolle ist schon versponnen und ja, da ist es also, mein erstes Spinnergebnis:


In der Zwischenzeit habe ich herausgefunden, dass das, was ich da produziere "schwangere Regenwürmer" genannt wird (weil es noch immer dickere Stellen in meinem Faden hat). Jetzt heisst es (weiter-)üben, üben, üben.... Daher mache ich mich jetzt auf zu der weissen Wolle, mit der ich schon angefangen habe. Wenn ich fertig bin, werde ich gleich noch ins Färbeatelier wechseln und ausprobieren, wie sich die Wolle färben lässt...

12. Juni 2011

Zum Weltstricktag

Dieses Wochenende feiern wir Weltstricktag und zu diesem Anlass möchte ich Euch von meinem Besuch im Museum Bellerive in Zürich berichten.








Das Wetter war gerade richtig für einen Museumsbesuch, als mein Mann und ich uns auf den Weg nach Zürich machten zur Ausstellung "Neue Masche - gestrickt, gestickt und anders". Ich gebe gleich zu, dass mein Verhältnis zur modernen Kunst ein zwiespältiges ist und stehe dazu, dass ich einiges weder interessant noch gelungen finde - daher will ich hier auch keinen umfassenden Überblick zeigen, sondern die Stücke, die mir persönlich zugesagt haben.

Die Titelgestaltung im Eingangsbereich (siehe oben) hat mir bereits sehr gut gefallen und war vielversprechend.

Isabel Berglund - Wall of Stiches - Baumwollgarn gestrickt (2005)
Hier hat mir besonders gefallen, dass die Künstlerin die Stricksachen unbeweglich macht, denn normalerweise werden Strickstücke gestrickt (oft auch schon unterwegs), angezogen und man geht davon. Hier aber kann man zwar beispielsweise den Schal (ganz rechts) umlegen, aber weglaufen ist nicht drin, was mir wieder einmal richtig vor Augen geführt hat, wie mobil und zeitgemäss unser Hobby eigentlich ist.*

 Sebastian Schönheit - 300 - Polyamidseil (2008)
Hach ja, die überdimensionalen Maschen gefallen mir einfach. Es ist für mich immer noch ein kleines Wunder, wie aus einem Strang diese wunderbar geflochtenen Maschen werden, die ich so schön finde. So ein grosser, handgestrickter Teppich könnte ich mir direkt im Wohnzimmer vorstellen (aber das werde ich meinem Mann (noch) nicht verraten).

Theresa Honeywell - Everything nice - Acrylgarn über Motorrad (2006)
Ein wunderbares Beispiel dafür, dass man alles stricken kann, was man möchte. Ist das nicht toll?

Christien Meindertsma - Aran Rug - 100% Wolle von der Insel Texel (2008)
Hier sind wir wieder bei den wunderbar grossen Strickstücken - mehr braucht es nicht für ein Kunstwerk.

Senior Design Factory - Oversize - Strickarbeit (2008)
Diese ebenfalls etwas grössere Socke entstand als Diplomarbeit von Debora Biffi und Benjamin Moser, zusammen mit zehn Seniorinnen aus dem Altersheim Limmat in Zürich. Nun gut, die Socke kann man nicht anziehen, aber diese strick-generationenübergreifende Zusammenarbeit finde ich sehr spannend.

Joana Vasconcelos - Emmanuelle - Fayence bemalt, Baumwolle gehäkelt (2007)
Diese Künstlerin hat mehrere Wahrzeichen Portugals wunderschön zusammengebracht - Stiere, Häkelarbeiten und wohl auch Fayence. Besonders gefällt mir hier, dass der Stier, der für Stärke und Wildheit steht, verbunden wird mit zarten Maschen.

Der oder die Künstlerin möge mir verzeihen, aber ich kann die Angaben zu diesem Werk nicht finden. Ich erinnere mich an mein Staunen, als ich den komplett gestrickten Bundestag in Berlin an dieser Ausstellung fand und habe über meiner Begeisterung wohl die entsprechenden Notizen vergessen. Was man auf dem Foto nicht so gut erkennen kann, ist die naturgetreue Darstellung der Glaskuppel aus silbrig-glänzendem Faden. Das Werk hängt an einem dünnen Draht von der Decke, schwankt und dreht sich, wohl auch nicht ganz zufällig.

Patricia Waller - Domestic Help - Wolle, Häkelarbeit (2006)
Das Staubsaug-Elefäntli fand mein Mann sehr gelungen (staubsaugen mag er nicht besonders), so einen hätte er wohl auch gerne.

Karen Norberg - The Knitted Brain - Baumwolle (1993)
Die Künstlerin ist Psychiaterin und hat ein Jahr damit zugebracht, das menschliche Gehirn in anatomisch korrekter Weise in Wolle darzustellen. Wie gesagt, es gibt nichts, was man nicht stricken kann...

Der gnittinK Room (2011), Rüdiger Schlömer
Es gab natürlich auch einen kreativen Strickraum... Aber so stark wollte ich die Geduld meines Mannes dann doch nicht auf die Probe stellen.

Insgesamt eine sehr gelungene Ausstellung mit einigen sehenswerten Stücken. Gefreut hat mich an den Werken auch, dass sie von verschiedenen Künstlern an verschiedenen Orten und Zeiten entstanden sind, sie sich also nicht speziell für diese Ausstellung mit dem Thema "Maschen" auseinandergesetzt haben.
Die Ausstellung ist noch bis am 24.07.2011 im Museum Bellerive zu besichtigen. Weitere Informationen gibt es hier.

Ich wünsche allen Strickerinnen und Handarbeitenden viel Spass am Weltstricktag und ein interessantes, kreatives nächstes Jahr und Euch allen ein schönes Pfingstwochenende.

* Nicht, dass es uns auch nur im Geringsten vom Stricken abhalten würde, wenn es weniger oder gar nicht modern wäre ;-)

1. Juni 2011

Grüner Farn im Walde

Da sind sie nun, frisch aus dem Wald gewissermassen: meine Grüner-Farn-Socken sind fertig geworden! Die verwendete Wolle (Bernetta Grilana aus 75% Schurwolle und 25% Polyamid, handgefärbt) war wunderbar zu verstricken, davon werde ich mir gleich einen Vorrat anlegen, natürlich in weiss (mein Mann hat ein ganz klein wenig die Augenbrauen hochgezogen über dieser Ankündigung).
Die Socken, die ich schon eingeweiht habe, sind mit Bumerang-Ferse gestrickt (die ist so erfrischend einfach) und das Bein ist mit einem Wellenmuster versehen. Kommentar meines Mannes: muss es da so Löcher drin haben...? Mittlerweile kennt er auch den Begriff "Lace" (also Lochmuster-Stricken).*  Damit habe ich einen weiteren Punkt auf meiner Liste für dieses Jahr erfüllt und freue mich am Ergebnis.


Nun war ich aber am Sonntagabend schon fertig. Da hat sich unweigerlich die übliche Frage gestellt: Was stricke ich denn als nächstes? Da ich noch ein ganzes Wollknäuel übrig hatte und mich das Muster auch nach zwei Socken immer noch begeisterte, entschloss ich mich, noch mal zwei Socken zu stricken. Oder besser: Söckli... Unten links im Grössenvergleich.**


Die Sommerferien stehen vor der Türe und wer strickt sieht sich nicht nur mit der Frage konfrontiert, welche Kleider nehme ich mit, sondern auch welche Strickprojekte. Damit die Auswahl etwas leichter wird, hier einige Tipps aus meinem Knitting Daily Newsletter (das sind die, die auch mein tolles Heftli herausgeben). Zu abonnieren gibt es ihn hier und in der Zwischenzeit in Übersetzung bei mir:

Pick easy projects. - Keine allzu anspruchsvollen Dinge mitzunehmen kann das geniessen der Ferien erleichtern - trotzdem kann man diesen Tipp natürlich anhand der eigenen Fähigkeiten umsetzen.
Pick small-ish projects. - Einen Bettüberwurf oder vielleicht auch den Pullover der besseren Hälfte mitzuführen kann je nach Art der Reise etwas anstrengend werden. Kleinere Projekte wie Socken, Sommerschals, Bebegarderobe, sommerliche Oberteile und Ähnliches bieten sich hingegen an - ebenso wie leichte Baumwolle oder kühlende Seide als Materialien.
Choose your tools wisely. - Damit wären wir wieder beim Packen und mit den richtigen Arbeitsgeräten steht der Reise nichts mehr im Wege.
Organize everything. - Hach ja, Organisation erleichtert das Leben. Eine besonders tolle Idee für Stricken auf Reisen sind übrigens diese Plastikgefriersäckli mit "Reissverschluss", da bleibt auch der Reihenzähler da, wo er sollte...
Keep a notebook handy. - Ja, ein Stricknotizbuch habe ich mir vor kurzem angeschafft und auf Reisen wird man bei Unterbrüchen mit einem Notizbuch davor bewahrt, den sprichwörtlichen Faden zu verlieren.
Most importantly, relax! - Au ja, Entspannung pur... Jetzt schon schöne Ferien Euch allen!

So, jetzt macht Wullechneuel eine kurze kreative Pause - bis bald!

* Nun gut, so ganz ernst gemeint hat er die Frage wohl nicht ;-)
** Nur um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Die leicht grösseren Socken sind eine 38, die etwas kleineren sind 10.5cm lang.

22. Mai 2011

Wolle und Spindeln

Meine Strickprojekte sind noch auf den Nadeln und warten auf ihre Vollendung. Daher gehen wir heute zurück, einen Schritt vor das Stricken: zur Wolle und zum Spinnen.

Schon lange würde ich gerne viel mehr über Fasern, Wolle und Schafe wissen. Es ist nicht ganz einfach, genau das richtige Buch zu finden, aber dieses hier ist ein ganz toller Anfang:
The Knitter's Book of Wool: The Ultimate Guide to Understanding, Using, and Loving this Most Fabulous Fiber von Clara Parkes.


Wusstet ihr, dass man Baumwollfasern 3'000 Mal biegen kann bevor sie brechen, Wollfasern aber 20'000 Mal? Oder dass Wolle 30% ihres Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen kann, bevor sie sich nass anfühlt? Und dass nasse Wolle aufgrund einer chemischen Reaktion sogar Wärme abgibt? Daneben ist Wolle auch noch feuerabweisend und lädt sich kaum elektrostatisch auf. Als nächstes geht es weiter mit den Wollqualitäten und den verschiedenen Schäfchen, bin schon gespannt.

Der Verlag, bei dem ich mein Strickheftli abonniert habe, hat gerade ein neues Magazin herausgegeben, Knit&Spin, also für Stricker und Spinner, da wollte ich doch gleich mal reinschauen, da gibt es nämlich einen Artikel über die Auswahl eines Spinnrades:


Und während ich das tolle Heftli durchblätterte, begann ich mich zu Fragen, ob ich vielleicht schon mal ein bisschen mit einer Handspindel üben könnte. Eine Spindel habe ich zwar nicht, aber eigentlich gibt es doch die Einzelteile im Baumarkt, mit etwas Phantasie... Und mit der Hilfe meines Mannes natürlich. Nachdem ich die Holzteile zusammengesucht und anhand von einigen Bildern erklärt hatte, wie eine Spindel aussieht, griff mein Mann zu Bohrmaschine, Säge und Feile und kurze Zeit später war unser Prototyp fertig - echt Swiss (und Hand) Made:


Jetzt heisst es üben, üben, üben. Ein klein wenig Garn ist schon entstanden, naja, noch nicht brauchbar, aber das wird schon noch - es gibt ja auch Garn zu kaufen, das unterschiedlich dick ist, oder? ;-).

15. Mai 2011

Sakura

Sakura ist die japanische Kirschblüte, die im Zentrum meiner Arbeit steht, die heute fertig wurde:


Die Kirschblütenzeit, so lehrt wikipedia, läutet in Japan den Frühling ein und steht für Aufbruch, Schönheit und Vergänglichkeit - eindrückliche Bilder aus Japan finden sich hier. Die Kirschblüte zieht in Japan von Mitte März bis Mai von Süden nach Norden und ist begleitet von zahlreichen Festen unter Familie und Freunden. Dieses Jahr wurden die Feste von den tragischen Ereignissen in Japan überschattet, das auch mir sehr zu Herzen ging. In einigen Blogs wurde das Thema auch kontrovers diskutiert. Leider ist es so, dass an vielen Stellen der Welt Tragödien vor sich gehen, das ganze Jahr hindurch und ohne viel Aufmerksamkeit. Daher ist es mir wichtig, immer wieder in der Nähe sowie in grösserer Entfernung einen kleinen Beitrag zur Linderung der Not zu leisten und mir bewusst zu sein, dass es nicht allen Menschen so gut geht wie mir, nicht nur bei grossen Katastrophen. Gerne habe ich aber auch hier mit dem Kauf dieser Anleitung (der Erlös ging an das japanische Rote Kreuz) einen Beitrag geleistet: Sakura von Yoko, erhältlich bei Ravelry.


Damit habe ich in diesem Jahr auch meine erste Häkel-Arbeit fertig gestellt (die Anleitung enthält auch die Häkelschrift, nicht nur die englische Text-Fassung). Viele Stricker scheinen ein etwas gespanntes Verhältnis zum "H-Wort" zu haben, nun ja, stricken mag ich zwar noch etwas mehr, aber manchmal ist Abwechslung ebenso schön und die Arbeit mit nur einem Holzstäbchen hat auch Spass gemacht. Das verwendete Garn ist Bernetta Baby Soft aus 100% Baumwolle.

Zwei Projekte harren auf den Nadeln ihrer Vollendung, die "Grüner Farn Socken" und der "Nachthimmel bei Vollmond Kragenschal".

Sayonara, und Euch allen eine gute Woche!

10. Mai 2011

Endlich ist es da !

Da muss ich doch einen Spezial-Eintrag machen - am 14. Januar (ich habe nochmal nachgeschaut) habe ich das Interweave Knits Magazin abonniert. Der Verlag sitzt in Kalifornien und ich ging schon davon aus, dass es ein Weilchen dauern wird, bis es da ist. Trotzdem lief ich jeden Tag mit grosser Hoffnung zum Briefkasten. Bis Ende Februar, da habe ich mir erlaubt, beim Verlag nachzufragen (ich gehe davon aus, da sitzen lauter genauso strick-verrückter Menschen wie ich, die werden mich schon verstehen). Die haben mir dann mitgeteilt, ich werde die Sommer-Ausgabe erhalten. Sommer?! Seufz.
Aber jetzt, frisch ab Druck, hier ist es:


Hach. Ganz toll. Und ich verzieh mich dann mal auf das Sofa...

8. Mai 2011

Entrelac

Jetzt ist es soweit: Meine treuen Leser wissen, dass ich mir für dieses Jahr unter anderem ein Entrelac-Projekt vorgenommen habe und hier ist es nun, ganz frisch, soeben fertig geworden:


Der ursprüngliche Plan für mein Entrelac-Projekt waren Pulswärmer aus Noro Wolle. So nahm ich, nachdem ich diese Wolle in Burgdorf gefunden hatte, die Anleitung hervor, um mich in diese spezielle Stricktechnik einzulesen. Bald schon war mir klar, mit dieser Anleitung würde dies nichts werden, da die technische Seite vorausgesetzt wurde. Also machte ich mich auf die Suche nach einer Anleitung, bei der ich erstmal die Technik lernen konnte (und die fand ich dann hier) und entschied, zuerst einen einfachen Schal statt der Pulswärmer zu stricken. Da ich die Wolle noch aufheben wollte (man weiss ja nie, wenns mir gefällt, kann ich die Pulswärmer ja nachholen), musste ich eine andere Wolle "finden". Was für ein Glück, dass mein Mann mir einige Wochen zuvor sozusagen geraten hatte, diese tolle grüne Lang Jawoll Magic zu kaufen, ohne dass ich ein Projekt dafür im Kopf hatte - mir werde schon etwas einfallen und da hatte er Recht, was ihn natürlich freut. So begann ich also meinen grünen Schal und nachdem ich fünf bis sechs Mal die erste Reihe gestrickt und wieder aufgetrennt hatte, kam ich endlich zur zweiten und von da an ging es bergauf. In der erwähnten Anleitung stand, nach einigen Reihen würde man in der Lage sein, das Muster auswendig stricken zu können.  Es fiel mir schwer, dies zu glauben, aber ich dachte mir: Wenn sie das auswendig kann, dann kann ich wohl den Schal mit der Anleitung zu Ende stricken. Nach etlichen Strickreihen und Blätter Hin- und Herwendereien war es soweit: es ging auch ohne.


Am meisten freut mich, dass mir das Entrelac-Stricken Spass macht und ausserdem auch, dass es meiner Mama so gut gefällt, dass sie auch gerne ein solches Projekt stricken möchte und wir werden dies an einem Entrelac-Projekt-Tag in Angriff nehmen. Einen schöneren Abschluss gäbe es für den heutigen Muttertags-Eintrag wohl nicht - mit lieben Grüssen an alle Mütter, an alle, die noch Mutter werden und alle, die ihre Mütter und Schwiegermütter so gerne mögen wie ich. 


1. Mai 2011

Grün, grüner, ...

Blau ist meine Lieblingsfarbe. Schon immer, glaub ich. Blau ist das Meer und der Himmel, dessen Weite mir immer wieder gut getan hat. Nur, zu grün habe ich schon seit einiger Zeit auch ein ganz tolles Verhältnis - grün, das ist die Natur und das Leben allgemein. Grüne Bäume vor hellblauem Himmel, Natur, Weite und Ruhe. Manchmal ist aber auch Farbe meine Lieblingsfarbe... Dann nehme ich meine weisse Wolle und die Färbe-Utensilien und verschwinde in der Küche. Vor einigen Tagen ist dabei die Wolle für die grünen Socken entstanden:


Ich bin mit der Wolle sehr zufrieden, Bernetta Grilana aus 75% Schurwolle und 25% Polyamid. Ich hatte mich darauf eingestellt, dass das Polyamid die Säurefarbe nicht annehmen würde und ein weisser Faden neben den grünen zurückbleiben würde, doch weit gefehlt. Ich bin zwar nicht sicher, wieso es trotzdem geklappt hat, aber das Ergebnis ist ganz gut geworden. Gefärbt habe ich mit einem helleren und einem dunklerem Grünton im Tauchverfahren.

In den letzten beiden Tagen durfte ich viele liebe Freunde treffen und durfte mich über viel Lob und Interesse an meinem Blog freuen, Menschen, die meine EMails erwarten, die mir begeistert von ihren eigenen Strickarbeiten erzählen und einfach nachfragen was gerade läuft und was gerade gestrickt wird, das freut mich immer wieder ganz fest (neben den Kommentaren hier im Blog natürlich)! Ja, gestrickt wird bei mir gerade fleissig etwas Grösseres (oder besser: Längeres), daher gibt es im Moment gerade noch keine neuen Fotos von Strickstücken, aber das kommt wieder...

Dass ich das Stricken einfach toll finde, muss ich wohl nicht speziell erwähnen. Dafür gibt es so viele Gründe (angefangen bei den Farben, die flauschig-weiche Wolle, oder das kleine Wunder, dass aus einem Strang mit nur rechten und linken Maschen so tolle Dinge möglich sind), aber drei möchte ich besonders hervorheben:

1) Stricken beruhigt und entspannt. Das mag am Anfang anders sein oder zwischendurch auch mal mehr Herausforderung als Entspannung, aber mit der Zeit klappt das wunderbar und mittlerweile freue ich mich, wieviel Zeit ich jetzt ganz neu nutzen kann (wie etwa fernsehen oder im Zug/Auto (mit-)fahren). Glücklicherweise sitzt mein Mann ganz gerne am Steuer...

2) Ich kann stricken was ich will, keiner kann mir vorschreiben wie ich ein Strickstück zu machen habe und welche Standards gelten. Wenn ich Lust habe, Sockenstricken zu lernen, dann setze ich mich hin und mache das und wenn ich Wolle färben möchte, dann besorge ich mir Farbe. Wenn ich heute keine Lust habe zu Stricken, dann lasse ich es und (um es mit Stephanie Pearl-McPhee zu sagen) wenn ich zwei Wochen an etwas arbeite, das ich wieder auftrennen muss, kommt keiner und fragt, was ich denn in der ganzen Zeit eigentlich gemacht habe.

3) Beim Stricken entsteht aus ziemlich wenig sehr viel und nach getaner Strickarbeit hält man etwas in den Händen und das ist ganz einfach ein wunderbares Gefühl!
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